Nachhilfe

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Wenn die Noten der Kinder sich in einem Fach bei 5 eingependelt haben, kommt oft der Gedanke auf, dass dringend Nachhilfe benötigt wird.

Dieser Gedanke ist sicherlich keinesfalls schlecht, allerdings ist es sinnvoll, bereits im Vorfeld zu handeln. Wer erst einmal bei einer 5 angelangt ist, der kommt so schnell nicht mehr davon runter. Man sagt, eine 3 ist immer super. Dem würde ich auch grundsätzlich zustimmen, sofern es wirklich immer eine 3 ist. Sollte das Kind mal eine 4 schreiben, denkt man meist, das sei nicht so schlimm. Ich würde jedoch sagen, dass das vollkommen vom Fach abhängt. Wenn man mal eine 4 in Bio oder Erdkunde schreibt, stimme ich absolut zu, dass das nichts macht, da diese Fächer nicht zwangsläufig auf vorangegangenen Stoff aufbauen. Wenn man allerdings in einem Hauptfach eine 4 schreibt, heißt das fast automatisch, dass es auf diesem fundamentalen Wissensgebiet Mängel gibt. Oftmals bauen aber die nächsten Themen darauf auf, vor allem in Mathe, Deutsch, Englisch und Französisch. Wenn man die Basics nicht hundertprozentig beherrscht, kann man sie in der nächsten Klassenarbeit auch nicht anwenden. Und schon ist die nächste 4 fast vorprogrammiert. Haltet deshalb am besten schon rechtzeitig die Augen auf. Schaut euch die Klassenarbeiten zusammen mit euren Kindern an und versucht herauszufinden, wo genau die Probleme liegen. Fragt gegebenenfalls auch den Lehrer.

Hat ein Kind erstmal den Anschluss zum aktuellen Stoff verloren oder bereits mehrere schlechte Noten geschrieben, verliert es meist die Motivation. Das liegt daran, dass es einfach keinen Erfolg mehr sieht und dadurch auch keinen Grund, warum es sich weiterhin anstrengen sollte. Besonders bei pubertären 14-17-Jährigen ist diese Phase sehr ausgeprägt. Jungs sind in der Regeln in Deutsch und den Fremdsprachen schwächer und Mädchen in Mathe und den anderen Naturwissenschaften. Oft habe ich Schüler betreut, die erst ab Klasse 9 mit Nachhilfe begonnen haben. Leider ist der Prozess dann relativ langwierig, weil die Kinder meist den Grundstoff stark aufholen müssen und dadurch nicht so schnell große Erfolge sehen. Am besten ist eine Nachhilfe- oder Hausaufgabenbetreuung ab Klasse 7. Dann hat man noch genügend Zeit, um nicht nur versäumte Grundkenntnisse beizubringen, sondern auch parallel Lerntipps für's selbstständige Lernen zu geben, sodass der Schüler in der Regel keine jahrelange Betreuung mehr braucht.

Natürlich kann Nachhilfe aber in jeder Klasse hilfreich sein. Heutzutage ist es für Schüler ein extremer Druck, der in den Schulen herrscht. Sie müssen teilweise in Klassen mit bis zu 35 Schülern sitzen und irgendwie mit dem Lehrtempo mithalten, das die Lehrer vorgeben (müssen). Wer nicht direkt beim ersten Mal alles versteht, hat meist Pech. Scheut euch also nicht, euch Hilfe zu suchen. Wichtig vorab ist, dass es manchmal sinnvoller ist, fremde Hilfe zu holen, auch wenn man selbst den Stoff noch kann. Das Miteinander beim Lernen zwischen Eltern und Kindern ist in den meisten Fällen angespannt bis hin zu problematisch und führt oft dazu, dass sich die Situation noch verschlechtert.

Einen Nachhilfelehrer zu finden ist meist nicht das Problem. Einen guten und geeigneten dagegen umso mehr. Es gibt Nachhilfelehrer wie Sand am Meer, also worauf sollte man achten?

Zunächst einmal muss es eine Person sein, die dem Alter des Kindes angepasst ist. Ich würde empfehlen, dass ein sehr junger Schüler noch Hilfe von einem älteren Schüler oder Studenten bekommen kann. Wenn es aber um den gesamten Grundstoff in einem Fach geht, würde ich meist davon abraten. Das erste Treffen sollte unverbindlich und kostenlos sein, damit man sich erst einmal kennenlernen kann. Fragt nach Erfahrungen im Nachhilfebereich, dem erlernten Beruf, den Ablauf während einer Stunde und auch die generelle Art und Weise, wie die Nachhilfe ablaufen soll. Beim ersten Treffen sollte sich der potenzielle Nachhilfelehrer alle Hefte und Bücher angucken und versuchen, sich einen Überblick über die Defizite zu machen. Kinder bis zur 7. Klasse würde ich bei der ersten Stunde nicht alleine lassen damit ihr euch selber ein Bild vom Lehrer machen könnt. Solltet ihr bei der Probestunde nicht mit dabei sein, fragt am Ende nach den Defiziten und eventuell nach einer Liste mit Dingen, die aufgearbeitet werden müssen. Nach einigen Stunden kann man dann sagen, ob die Wahl des Lehrers gut war.

Während der Nachhilfestunden sollte der Schüler nicht ständig schreiben müssen. Das sind meist diejenigen Nachhilfelehrer, die damit einfach nur Geld machen wollen und die Schüler einfach nur irgendwie eine Stunde lang beschäftigen wollen. Natürlich sollten während der Stunde Aufgaben gelöst werden. Diese sollten aber speziell auf die Defizite des Schülers abgestimmt sein und dabei direkt besprochen werden. Fehler sollten nicht einfach nur verbessert werden, sondern erklärt werden, warum es falsch ist. Der Schüler sollte sich so viel wie möglich notieren und am besten einen Hefter führen. Meiner Meinung nach darf es für die Nachhilfe schon Hausaufgaben geben, allerdings auch auf die Defizite angepasste Aufgaben, die dann in der nächsten Stunde besprochen werden. Ein gutes Zeichen ist, wenn der Lehrer schon passende Aufgaben zu Unterrichtsbeginn parat hat.

Die Kosten für eine Nachhilfestunde sind leider extrem unterschiedlich und sagen keinesfalls etwas über die Qualität aus. Ich würde sagen, eine Stunde kostet zwischen 8 € (bei Schülern) bis zu 25 € (zB bei pensionierten Lehrern). Ich habe auch schon von horrenden Preise bis zu 35 Euro für eine einzige Stunde gehört, aber das ist meiner Meinung nach jenseits von Gut und Böse.

Für Kinder ist es wichtig, dass sie sich beim Nachhilfelehrer wohlfühlen, denn nur, wenn man zufrieden ist, kann man auch effizient lernen. Nur, wenn der Schüler/ die Schülerin auch selber sich verbessern möchte, wird das auch klappen. Natürlich möchte man als Eltern immer nur das Beste für sein Kind, aber wenn das Kind selber einfach noch nicht einsieht, dass es was ändern muss, hat es wenig Sinn. Ich zum Beispiel würde so ein Kind unter Umständen auch wieder nach Hause schicken, da es mir sehr am Herzen gelegen ist, dass man relativ schnell auch erste Lernerfolge und Verbesserungen sieht.

Ich finde, kleine Hausaufgaben sollten den Kindern von der Nachhilfe aufgegeben werden, allerdings nur solche, die genau den Lernstoff abfragen, den das Kind braucht und / oder der im Nachhilfeunterricht bearbeitet wurde.

Scheut euch nicht, den Lehrer viel zu fragen, denn schließlich geht es um euer Geld, aber auch um schulische Erfolge bzw. Misserfolge eurer Kinder, und da sollte man sich so gut es geht informieren.

Übrigens: Seid vollkommen beruhigt, wenn ihr merkt, dass ihr selber mit euren Kindern nicht lernen könnt, auch wenn ihr den Stoff beherrscht. Mit seinem eigenen Kind ist man wesentlich ungeduldiger als mit fremden Kindern. Erspart euch den Stress und sucht lieber eine gute, nicht allzu teure Nachhhilfe in der Nähe.

Natürlich ist es bequem, wenn die Nachhilfelehrerin zu euch nach Hause kommt. Bei Grundschülern bis zur dritten Klasse halte ich das auch für empfehlenswert. Danach allerdings denke ich, dass ein fremdes Umfeld zum Lernen leichter ist als die gewohnte Umgebung, wo womöglich noch Geschwister herumlaufen oder das Telefon klingelt. Außerdem ist es in der Regel billiger, wenn die Nachhilfe nicht zu euch kommen muss.

Suchen kann man zum Beispiel über die ebay - Kleinanzeigen, Inseraten in Tageszeitungen, aber am besten ist noch immer die Mundpropaganda. Fragt also lieber als erstes in eurem Freundes- und Bekanntenkreis nach, ob nicht jemand jemanden kennt.

In den kommenden Tagen gebe ich euch weitere Anregungen und Tipps zum Thema Nachhilfe.

Bei Bedarf kann ich auch notieren, wie man als Erwachsener am besten eine neue Sprache lernt oder seine eingerosteten Kenntnisse wieder auffrischt.

Ich habe für euch ein Formular erstellt, dass sich jeder kostenlos herunterladen darf. Darauf könnt ihr zusammen mit eurem Kind ausfüllen, wie es sich selber zur Zeit einschätzt. Das Formular ist auf Fremdprachen bzw. Deutsch bezogen. Für Mathe werde ich in den kommenden Tagen ein eigenes Formular hochladen.

Dieses Formular könnt ihr nutzen, um euch selber einen Eindruck vom aktuellen Wissenstand eures Kindes in einem Fach zu machen und gegebenenfalls weitere Schritte wie Nachhilfe oder Lernpläne für zu Hause einzuführen.

 

Hier das kostenlose Formular für Fremdsprachen:

Wissensstandbewertung Fremdsprachen Kurzuebersicht.docx

und hier als pdf: Wissensstandbewertung Fremdsprachen Kurzuebersicht.pdf

Deutsch: Wissensstandbewertung Deutsch Kurzuebersicht.docx

und hier als pdf: Wissensstandbewertung Deutsch Kurzuebersicht.pdf

 

 

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